Zehn Thesen des Kongresses 

Die folgenden Thesen sind auf dem Kongress als Standortbestimmungen „der“ Soziokultur geäußert worden; damit wird nicht behauptet, dass sie für alle Akteure der Szene gültig sein müssen oder überall umgesetzt wurden oder werden sollten – dafür ist die Soziokultur zu breit aufgestellt. Diese Thesen vermitteln aber kurz und gut die Stimmung des Kongresses: vorwärts, dahin, darum!        

Die Quellenangaben erleichtern das Weiterlesen in der Dokumentation.


1. Die Forderung der Soziokultur "Kultur für alle und von allen" ist eine zutiefst humanistische Kampfansage an ein Gesellschaftsmodell, in dem der Mensch nur auf sein Funktionieren am Markt, also als Arbeitender und Konsument, reduziert wird und in dem seine Entfaltung als humanes Wesen nicht auf dem Plan steht.
(Christine Brinkmann, Vorstand LAG, Programmplanerin im zakk)


2. Aus dem Feld, das wir mit dem Begriff „Soziokultur“ bezeichnen und das in die Szene der Off-Kultur, der sozialen Kulturarbeit, der Kulturellen Bildung und der Breitenkultur hineinreicht oder gemeinsame Schnittflächen mit ihr hat, sind in den letzten 30- bis 40 Jahren enorme Impulse auf die deutsche Kulturlandschaft ausgegangen, die von der Kulturpolitik nicht annähernd ausreichend gesehen, wertgeschätzt und honoriert werden.
(Norbert Sievers, Hauptgeschäftsführer Kulturpolitische Gesellschaft)

3. Soziokultur ist beim Umbau der städtischen Infrastruktur Hoffnungsträger für eine auf Landes- wie auch Kommunalebene überfrachtete und verstopfte Kulturpolitik.
(Dr. H-Jörg Siewert, ehm. stellvertretender Abteilungsleiter Kultur im Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
)

4. Unser Recht ist Euer Recht: Möglichkeiten der Selbstermächtigungen werden von soziokulturelle Zentren geschaffen. (Aus dem Forum A3)

5. Deutschland ist ein Einwanderungsland – Soziokultur bietet Teilhabe und „kann“ daher Interkultur. (Aus den Werkstätten B1 und B2)

6. Soziokultur ist immer offen für neue Ideen und setzt diese auch um.
(Aus der Werkstatt B3)

7. Soziokultur kennt den demographischen Wandel und ist ein Mehrgenerationen Projekt geworden. (Thema in nahezu jedem Forum und den Werkstätten)

8. Die Soziokulturellen Zentren wären noch erfolgreicher, wenn die Finanzierung verlässlicher wäre und nicht ständig Kraft in den Kampf um wenigstens gleichbleibende Förderung gesteckt werden müsste. (Thema in nahezu jedem Forum und den Werkstätten)

9. „Ich bin ganz sicher, dass die Vorreiterfunktionen [u.a. auf den Gebieten Integration und Inklusion] der soziokulturellen Zentren nach wie vor von enormer Bedeutung sind.“
(
Staatssekretär Bernd Neuendorf MfKJKS NRW in der Podiumsdiskussion)

10. Die Welt muss die Kultur verändern.
(Feridun Zaimoglu, Schriftsteller)


P.S.:

11. Nach dem Kongress ist vor dem Kongress.

13. Burn out ist keine Lösung.