Flottmann-Hallen Herne

Die Herner Flottmann-Hallen stehen seit 1986 für innovative Kunst, aufregendes Theater, Tanz, Musik, Kleinkunst und Jugendkultur. Das Haus gehört zu den anerkannten Adressen der kulturellen Region und hat in seiner über 25-jährigen Geschichte vielen Künstlerinnen und Künstlern mit regionalem, nationalem und internationalem Renommee Auftrittsmöglichkeiten geboten.  

Mit den Flottmann-Hallen verfügt die Stadt Herne über ein besonders herausragendes Beispiel für eine veränderte Nutzung ehemaliger industrieller Arbeitsstätten. Der Unternehmer Heinrich Flottmann entschied sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine Produktion von Bohrhämmern und Druckluftkompressoren von Bochum nach Herne zu verlegen. Die 1908 erbauten Flottmann-Werke sind in ihrer Mischung aus Elementen des Jugendstils und der neuen Sachlichkeit eine baugeschichtliche Rarität in NordrheinWestfalen. 1983 wurde der Produktionsstandort stillgelegt, die Fabrikgebäude größtenteils abgerissen, nur Ausstellungs- und Versandhalle, Schmiede und Schlosserei blieben als zusammenhängendes fünfschiffiges Gebäude erhalten und wurden unter Denkmalschutz gestellt.  

Nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten wurden die Hallen im Oktober 1986 als sog. „Öffentliche Freizeit- und Erholungsstätte mit integrierter Begegnung“ eröffnet.  

Das Kulturprogramm der Flottmann-Hallen setzte fortan mit Gastspielen und Koproduktionen freier Gruppen und Künstlerinnen und Künstler aus der Region, der gesamten Bundesrepublik und dem Ausland in den Sparten Schauspiel, Tanz, Neuer Zirkus, Figuren- und Objekttheater für Erwachsene sowie Kabarett/Comedy und Konzerten im Bereich Jazz-, Welt- und zeitgenössische Musik besondere Akzente und begründete damit seine ruhrgebietsweite Strahlkraft. Das Angebot war und ist nicht ausschließlich auf die Herner Bevölkerung zugeschnitten, sondern für kulturbegeisterte Menschen der gesamten Ruhrgebietsregion interessant.  

Neben Gastspielen deckt das im Hause ansässige theaterkohlenpott, ein von der Stadt und vom Land unterstütztes freies Theater, das die Hallen als ständige Spielstätte nutzt, den Bereich Eigeninszenierungen und Repertoire ab. Zunächst über mehr als 20 Jahre als experimentelles Theater unter der Leitung von Willi Thomczyk, eines ‚enfant terrible‘ der freien Szene des Ruhrgebiets, zu dessen Ur-Ensemble so mittlerweile bekannte Schauspieler wie Ingo Naujoks oder Joe Bausch gehörten.    

Seit 2006 widmet sich das theaterkohlenpott unter der neuen Leitung von Gabriele Kloke und Frank Hörner mit großem Erfolg dem Schwerpunkt Jugendtheater und hat seitdem zahlreiche Produktionen erarbeitet, die bereits zu vielen renommierten Festivals eingeladen wurden. Jährlich gibt es ein bis zwei neue Stücke, darüber hinaus bis zu vier junge Ensembles in verschiedenen Altersstufen für 12-25-jährige, die ebenfalls jährlich Premieren herausbringen.    

In der Jugendkultur hat sich in den letzten 10 Jahren darüber hinaus die monatlich stattfindende Veranstaltung „RoomService“ als Forum für Jugendkultur etabliert, die jungen Menschen kontinuierlich eine Plattform bietet, sich künstlerisch zu entfalten und neue Aspekte auszuprobieren. Neben dem mittlerweile ruhrgebietsweit bekannten Poetry-Slam ‚Sprechreiz‘ und Bandfusion-Festivals für Nachwuchsgruppen wurden hier auch völlig neue Formate entwickelt, wie z.B. das jährlich stattfindende International Cycling Film Festival oder die Retro-Game-Convention 8BIT:ism.    

Zu einem bedeutenden Teil sind die Flottmann-Hallen auch ein Ort für die Bildende Kunst. In der Ausstellungshalle finden regelmäßig Wechselausstellungen unterschiedlichster Stilrichtungen statt. Insbesondere großformatige Skulpturen und Rauminstallationen finden hier den idealen Präsentationsort.    

Mit dem in 2008 begonnenen Umbau des seit fast 30 Jahren brachliegenden Außengeländes auf der Rückseite des Gebäudes, auf dem vor dem Abriss der größte Teil der ehemaligen Firmengebäude stand, erhielt nun auch das Umfeld eine erhebliche Aufwertung. Zufahrt, Parkplätze und der Bereich vor dem hinteren Eingang sind nun großzügig gestaltet, das restaurierte und einzigartige Flottmann-Jugendstiltor setzt einen besonderen Akzent. Eine moderne LED-Beleuchtung setzt auch die hintere Gebäudefassade mit einsetzender Dunkelheit effektvoll in Szene. Das weitläufige Außengelände selbst wurde zu einem parkähnlichen Gelände, das seit 2010 zusätzlich durch einen Skulpturenpark der Kunst im Öffentlichen Raum ein Forum bietet. Zur Zeit kann man entlang der neu angelegten Wege 15 Skulpturen besichtigen.    

Heute sind die Flottmann-Hallen Station der Route der Industriekultur und Mitglied der RuhrKunstMuseen.  

Nach nunmehr 25 Jahren haben sie sich als Zentrum zeitgenössischer, kultureller Veranstaltungen in städtischer Trägerschaft zu einem überregional anerkannten und respektierten Markenzeichen etabliert. Die Veranstaltungen in den genannten Programmsparten stehen für Qualität und Originalität. Die Trümpfe sind die „Vielgestaltbarkeit der Räume“, die breite Palette des Spartenangebots und immer wieder der Mut, aktuelle Strömungen aufzuspüren und in maßgeschneiderte Projekte einfließen zu lassen.

http://www.flottmann-hallen.de/