Themenblock B "Soziokultur 5.0"

Neue Themen, neue Ideen, neue Formen

Es ist ja nicht so, dass es nix mehr zu tun gäb': Bildungsaufstieg hängt an sozialer Herkunft, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf.
Politik- und Medienverdrossenheit nehmen zu - aber immer noch nehmen mehr als 50 Prozent der Bevölkerung nicht am kulturellen Leben teil. Gleichzeitig: Demografischer Wandel, schrumpfende Städte, Rückzug des Staates aus öffentlichen Aufgaben. Welche Antworten hat die Soziokultur auf die Fragen, die sich stellen? Und auf welche hat sie keine, braucht aber dringend welche?
 
Wir wollen nicht darüber reden, was alles nicht geht. Wir wollen hören, was andere hier und dort schon machen und was uns dazu noch einfällt außer: "Schöne Idee, aber bei uns schon deshalb schwierig, weil …"

Werkstatt B1 Da misch' ich mit  
In und durch Soziokultur Teil haben 

Aufschlag: Ivo Kuyl (ehemals Schouwburg Brüssel)
Return: Johannes Brackmann (Kulturzentrum Grend, LAG NW)
Moderation: Konnie Vossebein (Zeche Carl Essen)

"Teilhabe" – schon bei dem Wort allein stellen sich manchen die Nackenhaare auf. Seine Bedeutung ist allerdings genauso vielfältig wie im Einzelnen oft unklar: Geht es um Teilhabe an den internen Entscheidungen übers Programm, Arbeitsverteilung oder Werbung im Zentrum? Geht es um das Anbieten, Einbringen, Mitmischen in politischen und gesellschaftlichen Fragen im Viertel und der Stadtgesellschaft? Oder einfach nur darum, auch mal 'n Raum im Haus zu kriegen, um mit 20 Gleich-gesinnten Rihanna-Songs acapella einstudieren zu können?
Ivo Kuyl, ehemals Shouwburg Brüssel und N.N. stehen für unterschiedliche soziokulturelle Konzepte von Teilhabe in Institutionen und Prozessen.

Werkstatt B2 Soziokultur ist weiß und weiß alles (besser)
Der Interkulturbegriff muss sich ändern

Aufschlag: Azadeh Sharifi (Kultur- und Theaterwissenschaftlerin, Berlin)
2. Aufschlag: Timo Köster (Zukunftsakademie NRW, Bochum)

Return: Laila Koller (E-Werk Freiburg)
Moderation: Robby Hillmanns

Ein paar MigrantInnen auf der Bühne, hier und da im Publikum, hinter der Theke oder im Putzteam… das ist oft die interkulturelle Realität.
Doch es geht um mehr: Die bisher so selbstverständliche Mehrheitskultur aus Indiepop, Poetry-Slam und Kabarett tatsächlich in Frage zu stellen und Räume zu schaffen, die man aus dem eigenen kulturellen Blickwinkel gar nicht sieht. Dies Umzusetzen und mehr Teilhabe zu schaffen, ist nicht nur eine (kulturpolitische) Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine (ökonomische) Frage der Zukunftssicherung in Zeiten einer durch Vielfalt veränderten Nachfrage.
Doch welche Schritte sind für einen interkulturellen Veränderungsprozess in Zeiten des Rückgangs öffentlicher Förderung und sinkender DiscobesucherInnen überhaupt möglich und sinnvoll? Wie lässt sich die Querschnittsaufgabe Interkultur auch mit limitierten Mitteln umsetzen und wo steht die Soziokultur im aktuellen Diskurs um Interkultur, Diversity und Inklusion?
                                                 

Werkstatt B3 Was kommt nach Poetry Slam?  
Die neuen Kulturangebote gibt es schon

Werkstattgespräch mit Lukas Hegemann
Moderation: Christiane Busmann, Schuhfabrik Ahlen

Wir haben recherchiert; die aktuellen Programme und Angebote der Zentren in NRW. Die Ergebnisse dieser „Suche“ nach neuen und alten Kulturangeboten werden präsentiert von unserem „Trendscout“ Lukas Hegemann. Aber was, wenn es nichts Neues mehr gibt? Oder nur noch Neuaufgüsse des Alten...? Doch hier und dort funkeln auch ein paar neue Sterne. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und Interpretationen dieser Exkursion durch die soziokulturelle Welt!

Werkstatt B4 Wo die jungen Menschen wohnen  
Soziale Medien für die Soziokultur

Werkstattgespräch mit Frank Tentler (The social web company, Oberhausen)
Moderation: Christine Brinkmann

"Die Menschen da abholen, wo sie stehen" - auch so eine Phrase der modernen Beteiligungs-Ratlosigkeit. Und wie soll man das genau machen: Menschen abholen, aus diesem Internet? In ihm?

Frank Tentier beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Marketing im Netz, seit mehr als zehn Jahren mit Sozial Media. Er berät Firmen, staatliche Einrichtungen und zivilgesellschaftliche Akteure beim Einsatz sozialer Netzwerke und mobiler Applikationen. Was er zu sagen hat, hören viele nicht gern – auch weil er das Gestern das nennt, was es ist: Vorbei!


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